Die Betreiber der großen sozialen Netzwerke sehen eine Hauptfunktion darin, Menschen, die sich bereits kennen, miteinander online zu vernetzen. Ermöglicht wird auf diese Weise die sogenannte passive Kommunikation, d.h. die registrierten Nutzer der Netzwerke können Daten ihrer vernetzen Freunde, wie z.B. Statusmeldungen und Aufenthaltsorte, problemlos und in Echtzeigt nachverfolgen. Um informiert zu sein, müssen die User also nicht mehr persönlich mit ihren Freunden und Bekannten in Kontakt treten, sondern verfolgen lediglich das in den sozialen Netzwerken aktualisierte Profil der entsprechenden Personen. Während viele Menschen diese neu geschaffenen Möglichkeiten als zusätzlichen Komfort des Alltags bezeichnen, sehen viele Soziologen den Trend der Online-Freundschaftspflege als sozialkritisch und befürchten einen Wertverlust der realen Freundschaften: Nicht mehr geht es darum, gute Freundschaften zu pflegen sondern vielmehr darum, eine möglichst große Zahl vernetzer Freunde in den sozialen Netzwerken zu besitzen. Das weltweit führende soziale Netzwerk Facebook hat auf diesen Trend bereits reagiert: Neue Funktionen im Netzwerk sollen Brücken zur Realtität schaffen: Online Veranstaltungen planen oder die Organisation einer Geburtstagsparty für einen guten Freund gehören neben einigen anderen Applikationen und Anwendungen zu den beliebtesten Funktionen der Nutzer.